24. Mai 2019

ADC Festival 2019: Die Gewinner

Der Art Directors Club für Deutschland hat im diesjährigen ADC Wettbewerb 47 goldene, 104 silberne, 180 bronzene Nägel sowie drei Grands Prix Titel verliehen.

Alle Gewinner des ADC Wettbewerbs hier zum Download.

Alle Gewinner des ADC Junior Wettbewerbs hier zum Download. 

Am 21. Mai startete in Hamburg mit dem ADC Festival 2019 das deutschlandweit größte Treffen der Kommunikationsbranche zum Thema „Creative Intelligence – Wie Ideen entstehen“. Der zweitägige ADC Kongress am 23. und 24. Mai fand zum Thema „Die Zukunft von Menschen, Marken und Maschinen“ statt. Unter den 50 Speakern beim ADC Kongress waren u.a.:

Das Enfant Terrible der Kunstszene Jonathan Meese, Tarek Müller (About You), Design-Ikone Natasha Jen (Pentagram New York), Gründerin der Protest-Band Pussy Riot Maria Alyokhina, Internet-Guru Jeff Jarvis sowie Vice President Facebook EMEA Nicola Mendelsohn.

Im Vorfeld des ADC Kongresses tagten unter der Leitung des Jury Chairman Mirko Borsche und der Jury Chairwoman für den ADC Junior Wettbewerb Ilona Klück 405 Jurymitglieder zwei Tage im HSV Stadion Hamburg. Aufgeteilt in 27 Jurys beurteilten die kreativsten Köpfe der ADC Fachbereiche die Einreichungen aus den ADC Wettbewerben 2019. Die ADC Ausstellung im Hamburger Museum der Arbeit, die die prämierten Cases zeigt, findet noch bis zum 02. Juni statt.

Die Gewinner des ADC Wettbewerbs 2019

100 Jahre Bauhaus – „Das Totale Tanz Theater“ | Grand Prix im Fachbereich Digital

Inspiriert von Oskar Schlemmers Bühnenexperimenten und Gropius‘ Idee vom Totaltheater wurde eine virtuelle Welt mit kostümierten Tanzmaschinen erdacht, die der Frage nach der Beziehung Mensch-Maschine im digitalen Zeitalter nachgeht. Mit über 200 Bleistiftskizzen wurden vier digitale Kostüme erstellt, die in ihrer digitalen Form auf die Expression des Tänzers reagieren und ihre schönste Form in der Bewegung entfalten.

Mittels VR-Brillen tauchen vier Nutzer gleichzeitig in einen gewaltigen, virtuellen Bühnenbau ein und durchlaufen mit ihrer Tanzmaschine eine interaktive Choreografie über drei Ebenen. Die Bewegungen der Tänzer, einstudiert vom Choreografen Richard Siegal, wurden eigens über Motion Capturing aufgezeichnet. Aus dem Ineinandergreifen von menschengemachter Choreografie, persönlicher Intervention sowie maschinellem Algorithmus ergeben sich dabei immer neue Formen der Bewegung und des Tanzes im Raum.

„Das totale Tanztheater spielt mit dem Surrealen und Realen und interpretiert den ursprünglichen Gedanken von Bauhaus überzeugend mit den Möglichkeiten heutiger Technologien. Das VR-Erlebnis entführt in eine monumentale Welt, die audiovisuell bis ins kleinste Detail durchdacht ist“, so die ADC Jury.  Die Vereinigung einer künstlerischen These aus den zwanziger Jahren mit den technischen Möglichkeiten des einundzwanzigsten Jahrhunderts im Totalen Tanztheater prämiert sie daher mit einem Grand Prix im Fachbereich Digital. Für den Case zeichnen sich Interactive Media Foundation und Artificial Rome verantwortlich.

© Interactive Media Foundation, Artificial Rome

The Macallan – „Visitor Experience“ | Grand Prix im Fachbereich Kommunikation im Raum

Die Heimat des berühmten The Macallan Whiskys liegt am Fuße der schottischen Highlands in Craigellachie. Hier haben die Architekten Rogers Stirk Harbour + Partners ein lichtdurchflutetes Brennereigebäude in die Landschaft eingebettet. Durch die 14.800 m² große Destillerie leitet ein szenografisch durchdachter Parcours, gestaltet von ATELIER BRÜCKNER. Im Zusammenspiel der Tageslichtausstellung mit der Architektur und der umgebenden Landschaft entsteht ein atmosphärisch dichtes Erlebnis.

Sechs anspruchsvoll gestaltete kinetische Modelle dienen als Schlüsselpunkte auf dem Parcours. Sie sind Infostationen, die auf beeindruckende Art und Weise Zugang zu den Themen der Ausstellung bieten: zur Geschichte des Unternehmens, zu den Prozessen in der Brennerei sowie zu den Markenwerten von The Macallan.

„Es ist für uns die mit Abstand eindrucksvollste Gesamtkomposition, die durch hochemotionale, schöne Bilder und anfassbare Erlebnisse besticht. Sie ist kompakt und auf den Punkt und vermittelt an jeder Stelle die Liebe zum Whisky. Die Ausstellung unterscheidet nicht zwischen analog und digital, sondern verknüpft virtuos. Und das Ganze in einer ästhetisch so hohen Qualität, dass man einfach nur sagen kann: eine absolut fantastische Komposition“, so die ADC Jury zum Grand Prix für ATELIER BRÜCKNER. Auftraggeber ist The Edrington Group.

Hier den Casefilm ansehen.

The Uncensored Playlist  | Grand Prix im Fachbereich Film & Ton

Selbst in Ländern, in denen sehr starke Medienzensur vorherrscht, sind international bekannte Music-Streaming-Dienste wie Apple Music oder Spotify frei verfügbar. Aus diesem Insight hat Reporter ohne Grenzen am Welttag gegen Internetzensur (12. März 2018) ein „digitales Schlupfloch für die Wahrheit“ geschaffen: The Uncensored Playlist.

Im Rahmen des Projekts arbeiteten fünf Journalisten aus fünf restriktiven Ländern mit dem Musical Director Lucas Mayer zusammen. So wurden aus zehn zensierten Artikeln zehn unzensierte Popsongs – die dann auf frei verfügbare Music Streaming-Plattformen hochgeladen wurden. Begleitet von einer Website mit Originallyrics, Biographien und Musikvideos. Journalisten wurden zu Musikern auf Spotify, Deezer und Apple Music – und brachten so die Wahrheit zurück in ihre Heimatländer.

Für den Case, der weltweite Aufmerksamkeit für das Thema Internetzensur schaffte, verlieh die ADC Jury den Grand Prix im Fachbereich Film und Ton an die DDB Group Germany als Leadagentur mit den beteiligten Agenturen DaHouse Audio, Le Tour Du Monde, MediaMonks und finchfactor.

 

Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg zum ADC Festival: „Die diesjährige Award Show hat wieder eindrücklich unter Beweis gestellt, welche Kreativität in der deutschen Kommunikationsbranche steckt. Das ADC Festival ist die Leistungsschau der Kreativen in Deutschland und lässt für einige Tage das Herz der deutschen Werbewirtschaft noch stärker in Hamburg schlagen. Ich freue mich bereits jetzt auf das Festival 2020 und die damit verbundenen Impulse für unsere Stadt, die einer der wichtigsten europäischen Kreativstandorte ist.“

„Im Vergleich zu den Ergebnissen des letzten Jahres sehen wir eine hohe Qualität in der Breite, weshalb zahlreiche Goldnägel verliehen wurden.“ So resümiert ADC Präsidiumssprecher Heinrich Paravicini den ADC Wettbewerb 2019.Insgesamt waren die Einsendungen in allen Fachrichtungen auf einem sehr hohen Niveau. Alle drei Grands Prix wurden an sehr spezialisierte, sehr innovative Arbeiten vergeben. Insgesamt zeigen die Ergebnisse die Innovationskraft, die wir in der Branche haben. Und eine hohe Spezialisierung bei gleichzeitig hoher Qualität in der Breite.“  

Jury Chairman Mirko Borsche: „Die Arbeit der Jurys, die ich hier mal aus übergeordneter Perspektive begleiten durfte, hat mich wirklich beeindruckt. Nachdem ich am ersten Tag noch einen ruhigen Job hatte, bin ich am zweiten Tag echt gefordert worden. Die Diskussionen waren intensiv, tiefgründig und fachlich auf hohem Niveau und sind den Arbeiten gerecht geworden. Beeindruckend.“

Der Talent ADC

Gemeinsam mit dem Präsidiumsmitglied Richard Jung (Fachbereich Forschung und Lehre) startet der ADC ab sofort eine neue Initiative: Den Talent ADC.

Hier haben die Gewinner, die im ADC Junior Wettbewerb mit einem goldenen Nagel ausgezeichnet wurden, die Chance, fünf Jahre das ADC Netzwerk und dessen kreative Expertise zu nutzen. Die Talente können an allen Sektions- und Fachbereichstreffen, den ADC Events und den Jurysitzungen als Gast teilnehmen.

Die Gewinner des ADC Junior Wettbewerbs

Auch im Rahmen des ADC Junior Wettbewerbs wurden zwei Grands Prix verliehen.

Für die Abschlussarbeit des Jahres werden Johannes Lörz und Jonathan Kopetzky von der Dualen Hochschule Baden-Württemberg Ravensburg ausgezeichnet. Mit ihrem Case „The Worldwide Moral Movement“ untersuchen sie, wie Populismus und Fake-News Menschen und ihre Moralvorstellungen beeinflussen können. Die gravierendsten Probleme unserer Gesellschaft erhalten entweder kein Gehör oder sind schwer lösbar. Ihre Idee: Sie nutzen provokante Mittel, um Lösungen für diese Probleme anzubieten und führen dabei den Populismus ad absurdum. Die Studenten berufen sich in ihrem Projekt auf den Utilitarismus und sagen “alles was nützt ist moralisch vertretbar”. Mit einer fiktiven Bewegung soll der Zuschauer radikale Lösungen glaubhaft vermittelt bekommen und dadurch zur moralischen Selbstreflexion gebracht werden.

„Eine Arbeit, die dem moralischen Zeigefinger den Mittelfinger zeigt. Und das auf dramaturgisch brillante Weise: Die ernste, fast biedere Aufbereitung mit der Erfindung eines fiktiven ‚Visionärs‘ mit haarsträubenden Lösungen. Genau dieser intelligente Wahnsinn und der Mut zu solchen Ideen, die auch noch perfekt zum Zeitgeist passen, verdienen die Auszeichnung,“ so die ADC Jury.

Die Semesterarbeit des Jahres kommt von Luise Thoma und Verena Zirngibl. Beide studieren an der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Würzburg-Schweinfurt. Sie wurden für „Willkür & Drangsal“ mit einem Junior Grand Prix ausgezeichnet. Die Semesterarbeit hatte die Aufgabestellung, eine persönliche Faszination für Andere zu übersetzen und greifbar zu machen. Luise Thoma und Verena Zirngibl haben dies in einem Buch umgesetzt.

„Ein Buch, das als Semesterarbeit die meisten Abschlussarbeiten in den Schatten stellt. Ein Buch voller Kreativität, mit über 200 für sich schon brillanten einzelnen Gestaltungsideen. Ein Buch voller schräger Texte, mit wunderbar typografierten Transkriptionen von Gesprächen während der Kreation. Und ein Buch voller Gefühle, mit fantastischen Infografiken in Szene gesetzt. Ein Buch zum Verlieben in den schönsten Job der Welt, trotz Drangsal und Willkür: Kommunikationsdesign vom Feinsten“, war sich die ADC Jury einig.

© Luise Thoma und Verena Zirngibl
© Luise Thoma und Verena Zirngibl
© Luise Thoma und Verena Zirngibl
© Luise Thoma und Verena Zirngibl
© Luise Thoma und Verena Zirngibl
© Luise Thoma und Verena Zirngibl
© Luise Thoma und Verena Zirngibl
© Luise Thoma und Verena Zirngibl
© Luise Thoma und Verena Zirngibl

Mit dem ADC Festival schafft der Art Directors Club für Deutschland eine Plattform, die einen Austausch mit dem Publikum über die neuesten Trends der Branche ermöglicht. Die ADC Ausstellung im Museum der Arbeit findet noch bis zum 02. Juni 2019 in Hamburg statt. Tickets sind erhältlich unter: adc.de/tickets.

Förderer des ADC Festivals 2019 ist die Freie und Hansestadt Hamburg. Partner und Sponsoren sind u.a. WallDecaux, YouTube, Facebook, Frankfurter Allgemeine Zeitung, HORIZONT, PAGE und Hamburg Marketing.

Über den Art Directors Club für Deutschland (ADC) e.V.

Im Art Directors Club für Deutschland (ADC) e.V. haben sich über 700 führende Köpfe der kreativen Kommunikation zusammengeschlossen. Clubmitglieder sind renommierte Designer, Journalisten, Architekten, Szenographen, Fotografen, Illustratoren, Regisseure, Komponisten, Produzenten, Spezialisten für digitale Medien und Werber. Der ADC sieht sich als Maßstab der kreativen Exzellenz und zeichnet herausragende Kommunikation aus. Dazu veranstaltet er Wettbewerbe, Kongresse, Seminare, Vorträge, Events, B2BVeranstaltungen und gibt diverse Publikationen heraus.

Pressekontakt:
Hannah Hör | Leitung PR & Marketing
Art Directors Club für Deutschland e.V.
Franklinstraße 15 | D 10587 Berlin
Fon: +49 (0)30 59 00 310 – 44
E-Mail: hannah.hoer@adc.de
www.adc.de

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