ADC Night of Honour 2022

 

©Peter Krausgrill/ADC

Ehre, wem Ehre gebührt!

Die diesjährige ADC Night of Honour fand am 6. Juli im Museum Angewandte Kunst in Frankfurt am Main statt.

Ideas Create Reality: Es sind die Ideen, die Neues kreieren. Es sind die Ideen, die Fortschritt ermöglichen. Je mutiger, je progressiver die Menschen hinter den Ideen, desto mehr kann gesamtgesellschaftlich erreicht werden. Diesen Mut honoriert der ADC traditionell im Rahmen seiner Night of Honour.

Einmal jährlich lädt der ADC zur Gala-Veranstaltung ein, um die Ehrentitel „Kunde/Kundin des Jahres“, „Lebenswerk“, „Ehrenmitglied“ und „Rookie Agentur des Jahres“ an besondere Vorbilder für die Kreativbranche zu vergeben.

2022 wurden folgende Persönlichkeiten geehrt:

 

ADC Kundin des Jahres 2021

Karin Beier

Geboren 1965 in Köln hat Karin Beier Anglistik sowie Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften studiert. Über ihr Studium kam sie zum Theater und zeigte schon früh, dass sie weiß, wer sie ist, was sie kann und was sie will – so zum Beispiel ab 1988 als Hausregisseurin am Düsseldorfer Schauspielhaus später am Burgtheater Wien. 2007 übernahm sie die Intendanz des Schauspiels Köln, das 2010 und 2011 von Kritiker*innen der Theaterzeitschrift „Theater heute“ zum Theater des Jahres gewählt wurde. Damit ist sie eine Ausnahme in der Theaterszene, die doch noch immer von Männern geprägt ist.

Karin Beier inszeniert mit großer Lust am Experiment und geht neue konzeptionelle Wagnisse ein. Es geht ihr um einen künstlerischen Anspruch und darum, politisches Theater zu machen, das eine Relevanz hat und auch mal anecken darf. Sie selbst sagte einst: „Das Theater ermöglicht es mir, wissenschaftlich sträflich unpräzise, moralisch anrüchig und halbseiden zu sein.“

Seit der Spielzeit 2013/14 ist Karin Beier Intendantin des Deutschen SchauSpielHauses Hamburg, des größten Sprechtheaters in Deutschland. In der Kommunikation des Theaters arbeitet sie dort mit der Agentur Rocket & Wink zusammen, die auch schon mal Probleme des postmodern-digitalen Menschen durch die Figuren eines Superheroes Suicide Clubs darstellt. Auch die Kommunikation des SchauSpielHauses Hamburg setzt Maßstäbe, was allerdings nur möglich ist, weil Karin Beier als Kundin die Agentur von der Leine lässt. Dafür wird sie als Kundin des Jahres geehrt.

ADC Lebenswerk 2021

Joachim Sauter

Joachim Sauter war Medienkünstler und -gestalter. Er gilt als Pionier der Neuen Medien. Seine Kreationen bewegten sich zwischen dem Digitalen, dem Physischen und Kinetischen: bahnbrechend und ihrer Zeit oft voraus. Mit seinem Team schuf er bis kurz vor seinem Tod im Sommer 2021 Werke, die von Klarheit, Eleganz und Poesie geprägt sind. Nun zeichnet ihn der Art Directors Club für Deutschland posthum für sein Lebenswerk aus.

Nach seinem Abschluss an der Hochschule der Künste in Berlin studierte Joachim Sauter an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin. Seit den frühen 1980er Jahren arbeitete er als Medienkünstler und Designer. Von Anfang an konzentrierte er sich dabei auf digitale Technologien und experimentierte damit, wie sie genutzt werden können, um Inhalte, Form und Geschichten zu vermitteln. Aus diesem Interesse heraus gründete er 1988 gemeinsam mit anderen Künstlern, Designern, Wissenschaftlern und Technologen ART+COM. Ihr Ziel war es, neue Medien im Bereich Kunst und Design praktisch zu erforschen. Er leitete diese interdisziplinäre Gruppe bis 2021.

Seine Arbeiten, die er zusammen mit dem Team von ART+COM realisierte, erhielten zahlreiche nationale und internationale Auszeichnungen, unter anderem den „Designpreis der Bundesrepublik Deutschland“ und wurden weltweit ausgestellt, so zum Beispiel im Centre Pompidou in Paris, im Stejdilik Museum in Amsterdam, im Museum für Zeitgenössische Kunst in Sydney, in den Deichtorhallen Hamburg, in der Kunsthalle Wien, auf der Biennale in Venedig, im ICC in Tokio und im Getty Center in Los Angeles. 1991 wurde Joachim Sauter Professor für „Neue Medienkunst und Design“ an der Hochschule der Künste (später: Universität der Künste) in Berlin und 2001 außerordentlicher Professor an der UCLA in Los Angeles.

Die Laudatio wird Thomas Willemeit, Architekt und Gründungspartner von Graft, halten.

ADC Rookie Agentur des Jahres 2021

Rebmann+

Poguntke

Im Jahr 2015 kündigten Mathias Rebmann und Arndt Poguntke ihre Jobs als CDs in großen Agenturen. Der Grund war bei beiden der Gleiche: weniger Administration, mehr Kreation! Endlich wieder das tun, warum man mal in die Werbung gegangen war: Zeug ausdenken, Ideen machen, Spaß haben. Das klappt seitdem ganz gut – und zudem ziemlich erfolgreich.

Rebmann+Poguntke entwickeln Konzepte, Kampagnen und Brand Designs für Marken, Produktionen und Agenturen, für alle Needs und alle Screens, von der Strategie bis zur Umsetzung.

Vieles davon geht immer noch zu zweit. (Erstaunlich viel. Wenn das mancher klassische Agenturkunde so wüsste …) Und wenn die eigenen Kapazitäten und Kompetenzen mal nicht ausreichen, dann mit „dem besten Network von Strategen, Textern, Designerinnen, Producerinnen, Programmierern, Komponistinnen, Rappern und verrückten Wissenschaftlern auf dem Markt“.

Die Wissenschaftler waren zum Beispiel an dem Projekt beteiligt, bei dem Rebmann+Poguntke die Netflix Serie „Biohackers“ in DNA speicherten und damit weltweit für Furore sorgten. Weitere aktuelle Kunden sind: Immowelt, Schüco, rebuy, die Berliner Wasserbetriebe und das Samurai Museum Berlin. Und mit diesen Arbeiten hat die Agentur so viele Preise abräumen können, dass sie nun im Rahmen der ADC Night of Honour als Rookie Agentur des Jahres 2021 ausgezeichnet werden.

ADC Ehrenmitglied 2021

Nina Hagen

Seit den siebziger Jahren sorgt Nina Hagen als stimmgewaltige „Godmother of Punk“ für Schlagzeilen und Skandale – durch ihre experimentierfreudige Musik genauso wie durch ihr schrilles Auftreten und ihren unkonventionellen Lebensstil. Sie gesteht schon früh, sie wolle „ein Frontschwein“ werden.

Punk? Oper? DDR Deutschrock? Schlager? Gospel? Protestgesang? Brechtlieder oder Sprachrollen in Blockbustern? Es ist zu allererst ihre Stimme mit ihrer einzigartigen dynamischen Bandbreite, die Grenzen sprengt und herzlose Menschen zum Weinen bringen könnte. Es sind aber auch ihre öffentlichen Auftritte, ihre regelmäßigen Ausflüge zu Außerirdischen und Ahnen, zum Spirituellen, mit denen Nina Hagen politisch und kulturell omnipräsent blieb – und noch heute auch viel in New York, London und Paris gilt.

Radikal selbstbestimmt, kreativ und durchgeknallt, feministisch, kämpferisch und laut, eine Kunstfigur – nicht nur auf der Bühne –, und immer authentisch. So inspiriert sie seit Jahrzehnten viele in der Kreativbranche und ist ein großes Vorbild. Dafür haben die Mitglieder des Art Directors Club Nina Hagen 2021 zum Ehrenmitglied gewählt.

Das war die ADC Night of Honour 2022

©Peter Krausgrill/ADC
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