@Sebastian Wells und Vsevolod Kazarin
8. August 2022

Soлomiya heißt Frieden.

Es ist ein Magazin, das 2022 als Zusammenarbeit zwischen Künstler*innen aus der Ukraine und Berlin gegründet wurde – als Reaktion auf den Krieg Russlands. Soлomiya ermöglicht einen besonderen Einblick in die Welt junger Betroffener und zeigt, was es zu verteidigen gilt: Das freie Leben der jungen Ukrainer*innen und ihre Kunst. Gestaltet wurde das Projekt vom Kollektiv Scrollan, bei dem ADC Mitglied Barbara Kotte Partnerin ist.

Mit dem Drang tätig werden zu wollen, reiste der OSTKREUZ-Fotograf Sebastian Wells in die Ukraine. Seine Absicht war es, die Situation in Charkiv fotografisch zu dokumentieren. Doch dann lernte er auf seiner Reise den Fotografen Vsevolod Kazarin kennen. Gemeinsam entstand die Idee eines Magazins, welches zeigt, was es zu verteidigen gilt: Das freie Leben der jungen Ukrainer*innen und ihre Kunst. Die Entstehung Soлomiyas.

Sebastian und Vsevolod porträtierten 32 junge Ukrainer*innen, Anfang 20, so alt wie sie. Zuerst wirken die Fotografien ganz normal – es könnten Bilder auf dem Weg zur Arbeit, zu Freunden oder zur Party sein. Über ihnen liegt allerdings der Schatten des Krieges. Sie posieren an Raketen, die nicht explodiert sind oder auf Panzersperren. „Wir jungen Ukrainer haben ein Taubheitsgefühl entwickelt, eine Art Schutzpanzer für die permanent eintreffenden schrecklichen Neuigkeiten aus dem Osten des Landes“, beschreibt Vsevolod.

Immer mehr Künstler*innen in der Ukraine begeisterten sich für die Idee und bereicherten Soлomiya mit ihren Beiträgen. Neben den Fotografien finden Interviews, Essays oder Berichte von jungen Betroffenen des Krieges in den Seiten des Magazins platz.

Und so macht das Magazin die gemeinsamen demokratischen und europäischen Werte sichtbar, die Menschen aus der Ukraine und anderen europäischen Ländern teilen. Als Plattform zur Selbstdarstellung junger ukrainischer Kreativer ist Soлomiyas eine wandernde Gruppenausstellung und gleichzeitig ein Kunstobjekt, das nur den Macher*innen gehört.

Unterstützung bekamen die beiden Fotografen von weiteren Kreativen: Andrii Ushytshyi übernahm vornehmlich die redaktionellen Inhalte, Anne-Lene Proff und Peter Bünnagel vom Designstudio Kollektiv Scrollan entwickelten gemeinsam mit den Herausgebern das Magazin weiter und übernahmen die Gestaltung, die Berliner Akademie der Künste unterstützte das Projekt.

Aus einer Idee wurde ein Magazin, das mittlerweile bei ausgewählten Zeitschriftenhändlern in Belgien, Deutschland, Frankreich, Polen, Italien, der Schweiz, Niederlande und Ukraine oder Online für 16 Euro zu kaufen ist und bereits beim Fotofestival Rencontres d’Arles in Frankreich vorgestellt wurde.

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