©Spector Books für die Kunstsammlung Chemnitz
23. Juni 2022
ADC Festival
ADC Wettbewerb

Gold und Silber für BCN-Freieinreichungen Publishing/Editorial

Große Verlage aber auch Independents bringen neue Print-Formate auf den Markt und stellen so die stetige Weiterentwicklung der Print-Branche unter Beweis. Dabei stehen die Leidenschaft für die Sache und der hohe journalistische Anspruch im Mittelpunkt. Das BCN – The Brand Community Network ist der führende Vermarkter von Printmedien in Deutschland und damit ein Experte für Kreativität und Innovationsfreude in der Welt der Printvermarktung. Für den ADC Wettbewerb 2022 spendierte BCN 50 Freieinreichungen. Nicht wenige dieser Arbeiten haben unsere ADC Jury überzeugt; die drei besten stellen wir hier vor.

Auch dieses Jahr wurden beim ADC Wettbewerb zahlreiche Agenturen, Redaktionen, Studios und Unternehmen für ihre kreative Exzellenz ausgezeichnet. In 12 verschiedenen Disziplinen konnten die Arbeiten eingereicht werden. Für die Kategorie Publishing/Editorial spendierte BCN – The Brand Community Network 50 Freieinreichungen, um die Leistungen im Bereich Print zu würdigen, neuen Produkten mehr Sichtbarkeit zu verschaffen und aufzuzeigen, welche Gestaltungskraft noch immer vom Print ausgeht. Und tatsächlich gab es unter diesen Einreichungen sehr eindrucksvolle, überragende Arbeiten. Drei davon, die mit einem goldenen oder silbernen ADC Nagel ausgezeichnet wurden, möchten wir näher vorstellen: form Magazin, die Ausgabe #7 des Science Notes Magazin und das Buch „Karl Clauss Dietel: die offene form“.

form Magazin: Redesign

„Über den Silbernen Nagel des ADC hat sich das gesamte form Team sehr gefreut. Alle am Projekt Beteiligten (form Herausgeber Peter Wesner, form Chefredaktion Nina Sieverding und Anton Rahlwes und form Art Direction Autostrada Studio) empfinden die Arbeit rund um das form Magazin nicht nur als Job, sondern als Beitrag zu einer demokratischen und kritischen Gesellschaft. Dem BCN danken wir für die Möglichkeit der Freieinreichung und der damit verbundenen Sichtbarkeit herzlich.“ – Verlag form

„Alle empfinden die Arbeit rund um das form Magazin nicht nur als Job, sondern als Beitrag zu einer demokratischen und kritischen Gesellschaft.“

Das form Magazin, welches als Zentralorgan für Design in Deutschland steht, hat seinen eigenen Look auf ein neues Level gebracht. Logo, Layout und Struktur des Magazins wurden 2021 in Kooperation mit Autostrada Studios und Dinamo Typefaces überarbeitet. Dafür bekam das form Magazin im ADC Wettbewerb 2022 Silber.

Nina Sieverding, Co-Chefredakteurin der form dazu: „Ein Redesign kann viele Gründe haben: unternehmerische, optimierende, idealistische. Die naheliegendsten Veränderungen, zum Beispiel das Layout eines Magazins, sind nur die sichtbarsten“. Printmedien müssen vor heutzutage, vor allem seit es Social Media gibt, dem Zeitgeist folgen, neu denken und sich neu erfinden. „Ein gedrucktes Magazin im Jahr 2021 muss mehr können als nur Inhalte festzuhalten: Wichtiger denn je ist das ganzheitliche Erlebnis“, so Anton Rahlwes, Co-Chefredakteur der form.

Der Kommentar der Jury bringt es auf den Punkt: „Ein radikales Redesign eines traditionellen Designmagazins: form ist das formvollendet gelungen. Selbstbewusste Bildauswahl und Themen, die weit über das Thema Design hinausgehen.“

Mehr Infos und Bilder zu diesem Case in der ADC Gallery.

Science Notes Magazin: „Graben – Wie Wissenschaft in die Tiefe geht“

„In der Wissenschaft passieren so wunderbar spannende Dinge – nur leider wissen wir zu oft nichts von ihnen oder wir verstehen sie nicht. Das zu ändern ist unser Anspruch, und wir freuen uns wahnsinnig, dass wir mit dem silbernen Nagel des ADCs nun die Bestätigung haben, dass wir das gut machen.“ – Sandra Teschow, Art Direktorin und Gründungsmitglied des Science Notes Magazins

„In der Wissenschaft passieren so wunderbar spannende Dinge – nur leider wissen wir zu oft nichts von ihnen oder wir verstehen sie nicht.“

Jede Ausgabe des Magazins fokussiert ein bestimmtes Thema, welches von allen Seiten beleuchtet wird. Daraus soll deutlich werden, wie eng Wissenschaft und Gesellschaft verbunden sind, wie sie sich beeinflussen, voneinander lernen und auch aneinander reiben. In dieser Ausgabe ging es rund um das Thema: Graben.

Wenn man gräbt, durchbricht der Spaten die Oberfläche und es werden verschiedenste Objekte wie Steine, Wurzeln, Fossilien, etc. ausgegraben. Legt man die ausgegraben Objekte auf ein Stück Papier, treten sie unweigerlich in Beziehung und Kommunikation zu- und miteinander – es konstituiert sich eine Collage, und ihr Ganzes ist größer als die Summe ihrer Einzelteile. Collagieren und Kompilieren als zentrale Gestaltungsidee, interagierend mit einer klaren Typografie – das ist die Idee dieses Magazins. Die witzigen Collagen geben Anlass zum steten Ergründen von Bedeutung.

Der Jurykommentar beschreibt die Arbeit perfekt: „Science Notes beweist als Symbiose aus hervorragender, abwechslungsreicher Gestaltung und hochaktuellen Wissenschaftsthemen, wie sinnstiftend beide Disziplinen gemeinsam funktionieren. Es hat den Anspruch, die Wissenschaft mit den Werkzeugen der Illustration und des Editorial Designs zugänglicher und menschlicher zu machen. Es weckt Neugier und ermöglicht Wissenschaftler:innen eine zeitgemäße Vermittlung komplexer Inhalte.“

Zur ausführlichen Beschreibung dieses Gewinner-Cases geht es hier.

Spector Books: „Karl Clauss Dietel: Die offene Form“

Diese Freieinreichung von Spector Books, der Katalog „Karl Clauss Dietel: Die offene Form“ wurde mit einem goldenen Nagel ausgezeichnet.

Im Werk des Gestalters Karl Clauss Dietel wird das Potenzial einer industriellen Formgebung erkundet, die sich zu DDR-Zeiten den Idealen einer humanistisch-sozialen Gesellschaft verpflichtet sah. Leitbegriffe Dietels, wie „Gebrauchspatina” und „das offene Prinzip”, haben bis heute nichts von ihrer Bedeutung verloren, und „poetisch-funktionale” Formen, wie er sie mit Lutz Rudolph für Heliradio, Wartburg und Trabant, Simson Suhl oder Robotron als freiberuflicher Gestalter entwickelte, zählen zu den bleibenden, herausragenden Werken der Ostmoderne.

Der Kommentar der ADC Jury schätzt die Arbeit wert: „Mit dem Katalog „Die offene Form“ wird Karl Clauss Dietel – ein herausragender Industrie-Designer der DDR – gewürdigt. Endlich erhält damit das ostdeutsche Design die verdiente Anerkennung für seine internationale Bedeutung und Qualität. Die Gestaltung des Buches ist absolut herausragend.“

Mehr Infos zu diesem Case in der ADC Gallery.

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