© Jung von Matt / EnBW
19. Juni 2020

Lokaler handeln

Die Coronavirus-Pandemie fordert kreative Lösungen. Mitglieder des ADC haben davon so einige parat. Eine Auswahl dieser Projekte stellen wir hier vor. Heute: Nachbarschaftshilfe in schwierigen Zeiten.

Endlich dürfen wir wieder – vorsichtig und rücksichtsvoll – einkaufen gehen: in großen Möbelhäusern, Modestores, vor allem aber auch in den kleinen Läden um die Ecke. Das freut die Einzelhänder, denn die strickten Ausgangsbeschränkungen haben viele von ihnen vor große Herausforderungen gestellt: Neben der fortwährenden Gefahr durch das Coronavirus drohte ihnen zusätzlich der Wegfall ihrer wirtschaftlichen Grundlage und damit ihrer unternehmerischen Existenz.

Dass es bei den meisten Kleinunternehmen zum Glück nicht so weit kam, hatte viele Gründe: Staatshilfen, kreative Konzepte der Betreiber und Solidarität ihrer Mitmenschen. Aber auch ADC Mitglieder haben in dieser Zeit dafür gesorgt, dass der lokale Handel in der Krise nicht alleine dasteht.

Matthias Hess und Boris Noll von Jung von Matt in Stuttgart haben gemeinsam mit ihrem Team die wegen Corona abgesagte Frühjahrs-Kampagne für den Energieversorger EnBW dem lokalen Buchhandel gespendet. Unter dem Titel „Jetzt ein Buch“ unterstützten sie die örtlichen Buchverkäufer mit Motiven, welche über soziale Netzwerke, Online-Banner und Anzeigen veröffentlicht wurden und dabei mit unterschiedlichsten Orten und Klassikern aus der Literatur spielten: So wurde aus „Stay Home“ etwa #StayHogwarts oder #StayBullerbü. Außerdem wurde eine Such-Plattform eingerichtet, auf der lokale Buchhändler im gesamten Bundesgebiet angezeigt werden. „Jetzt ein Buch“ sollte die Menschen dazu inspirieren, den eigenen vier Wänden in Zeiten der Ausgangsbeschränkungen mit Hilfe eines Buches für ein paar Stunden zu entfliehen – und gleichzeitig den vielen kleinen Unternehmerinnen und Unternehmern durch die Krise zu helfen. 

Wer eh einkaufen geht, kann anderen mit Hilfe der App einfach etwas mitbringen.

Ähnlich schwierig gestaltete sich die außergewöhnliche Situation für viele Restaurantbetreiber. Durch die Zwangsschließungen wurden sie vor große Herausforderungen gestellt, denn das gesellige Beisammensein im Lokal, ihre Geschäftsgrundlage, war von einem auf den anderen Tag plötzlich verboten. Viele kleine Gastronomiebetriebe konnten diese Zeit nur dank Liefer- und Abholmahlzeiten überstehen. Mit der Social-Media-Kampagne #deutschlandbestellt setzten sich ADC Mitglied Christian Vogt, Managing Partner der Agentur markenzeichen, und seine Kollegen dafür ein, dass möglichst viele Menschen auf diese Angebote aufmerksam gemacht werden. Denn durch sie konnte man nicht nur sein Lieblingsrestaurant mit einer Bestellung unterstützen, sondern durch das Posten eines Fotos dafür sorgen, die Angebote in der digitalen Welt zu verbreiten – und so die Gastro-Unternehmer zu unterstützen.

ADC Mitglied Matthias Hess und Jung von Matt konnten wiederum auch für Menschen, die sich als Teil einer Risikogruppe besonders vorsichtig im öffentlichen Raum bewegen müssen, eine kreative Lösung kommunikativ unterstützen. Gemeinsam mit Zarah Bruhns, Gründerin des Integrationsdienstleisters Social Bee, und anderen Agenturen war Jung von Matt beim Aufbau der Einkaufs-App bringandring.de beteiligt. In ganz Europa wird damit Einkaufshilfe spontan, sicher und kontaktlos per App möglich. Zusammen mit der Kampagne #ichgehfürdich wurde so die Möglichkeit geschaffen, jeden „Einkauf zum Zweikauf“ zu machen, denn die App vernetzt Nachbarn, die sowieso zum einkaufen gehen mit jenen, die sich selbst so selten wie möglich dem gesundheitlichen Risiko aussetzen sollten. Dazu kommen Angehörige, Alleinerziehende im Home Office und ausgelastete Berufstätige in systemrelevanten Jobs. Wer eh geht, kann ihnen mit Hilfe der App einfach etwas mitbringen. So geht Zusammenhalt!

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