Foto: stern.de ©Marijan Murat
23. Oktober 2019

Nachruf auf Volker Hinz

Er prägte nicht nur die gesamte Fotowelt mit seinen Werken, sondern bereicherte auch seine Kollegen beim stern: Volker Hinz war jahrelanger stern-Fotograf, ADC Mitglied und ein faszinierender Mensch. Der stern-Journalist Jochen Siemens ehrt den kürzlich verstorbenen Fotografen in einem Nachruf.

(…) Es ist viel zu wenig, wenn man sagt, dass mit Volker Hinz ein Fotoreporter, ein stern-Fotograf der alten Schule nicht mehr da ist. Es stimmt, aber es ist mehr als das. Geboren 1947 am Elbhang in Hamburg-Blankenese, hatte der junge Volker immer die Elbe, die Schiffe und damit die Welt vor Augen. Aber auch, und das ist wichtig, Vordergrund, Schiffe, Hintergrund.

Er lernte, das Leben in Räumen und nicht in Flächen zu sehen.

Fotos waren für ihn nicht Abbild von irgendwas, sondern Erleben, jedes Foto ein Geschehen, eine Bewegung, ein Raum. Man konnte ihm dabei zusehen, wenn er die Kamera drehte, tief hielt, anwinkelte und dann, ganz wichtig, gar nicht durch den Sucher blickte, wenn er fotografierte, sondern den Fotografierten ansah, anlächelte oder die Augen aufriss.

„Haben sie jetzt schon fotografiert oder proben sie?“, war die Frage, die er oft hörte und gar nicht beantwortete, weil er schon weiter war. Andere Ecke, anderer Winkel, alles schnell und damals, auch lange her, immer einen Beutel an der Seite, der sich mit Filmrollen füllte. Und immer, wenn es einen Raum gab, als erster darin sein, hineinflitzen, denn wer erster ist, sieht das Geschehen oder die Menschen hereinkommen, ganz wichtig. Und nicht auf Bilder warten, sondern sie suchen, auch in den Kleinigkeiten, Schuhe, Kaffeetassen, alles erzählt etwas.

„Mit Volker zu arbeiten war nicht Bilder zu machen, sondern Bilder zu erleben.“

Mit Volker zu arbeiten war, wie mit anderen stern-Fotografen auch, nicht Bilder zu machen, sondern Bilder zu erleben. Oder anders gesagt, ein Erleben zu Bildern zu machen. „Die Welt ist in Bewegung und man darf gegenüber einer beweglichen Sache nicht in Bewegungslosigkeit verharren“, sagte einmal der große Henri Cartier-Bresson und das Lebenswerk von Volker Hinz sind die Bilder zu diesem Satz.

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